Warum haben Motorantriebe 3 Anschlüsse?

Wie es dazu kam, das Motorantriebe 3 Anschlüsse haben und was das für Weichendecoder bedeutet.

Seien wir dankbar das es Elektromotoren gibt, ohne sie würde sich keine unserer Loks bewegen. Elektromotoren werden jedoch nicht nur in Loks, sondern unlängst auch häufig in Motorantrieben für Weichen eingesetzt. Neben dem ruhigen Lauf der Weiche im Gegensatz zum "Klack" der Doppelspulantriebe, haben beide Antriebe jedoch meistens 3 Anschlusskabel.

Jeder wird schon mal einen einfachen Elektromotor in der Hand gehabt haben. Ob nun früher in der Schule oder bei der Digitalisierung einer Lok. Dabei kann man leicht feststellen, das die in Loks oder Motorantrieben verwendeten Elektromotoren von Haus aus nur über zwei Anschlüsse verfügen. Durch die an diesen Anschlüssen anliegende Spannung wird in den Motorspulen ein Magnetfeld erzeugt, und je nach Polarität der Spannung dreht der Motor rechts- oder linksherum.

Zwei Anschlüsse für rechts und links

Ein Motordecoder käme an sich also mit zwei Anschlüssen aus, sei es nun ein Lokdecoder oder ein Weichendecoder für Motorantriebe. Je nach gewünschter Drehrichtung wird einfach die Polarität der Anschlüsse vertauscht und die Weiche schaltet nach rot oder grün. Die Umschaltung der Polarität wird dabei mit Hilfe eines Motortreibers vorgenommen.

Nun sind traditionell aber zunächst Doppelspulenantriebe eingesetzt worden, und diese haben drei Anschlüsse. Doppelspulantriebe verfügen über eine Zuleitung und zwei Rückleitungen. Je nach Schaltung am Steuerpult wird eine der Rückleitungen geschlossen, so das der Strom fließen kann, und die Spule schaltet in die gewünschte Richtung.

Drei ist mehr als Zwei

Dieses Prinzip wurde nun übernommen, damit die neuen Motorantriebe mit den vorhanden Schaltpulten oder durch Weichendecoder mit 3 Anschlüssen betrieben werden konnten. Die Notwendigkeit der Neuanschaffung eines Decoders mit Motortreiber, der die Polarität auch mit nur zwei Anschlüssen wechseln kann, wurde umgangen. Der normale Zweileiter-Anschluss des Elektromotors wurde hierfür künstlich auf drei Leitungen erweitert.

Aus diesem Grunde verfügen viele Motorantriebe auch heute noch über 3 Anschlüsse. Wenn man nun einen "richtigen" Motordecoder mit einem Motortreiber einsetzt um die Polarität von zwei Leitungen umzuschalten, muss man diese künstliche Erweiterung auf drei Leitungen wieder rückgängig machen. Dies kann z.B. durch den Einsatz von Dioden erreicht werden.

Moderne Motordecoder

Damit ist der Motordecoder konstruktionsbedingt am Besten für Zweileiter-Motorantriebe (z.B. Tortoise oder Fulgurex) geeignet. Für Dreileiter-Motorenantriebe (z.B. Hoffmann oder Conrad) muss ein Umbau der Zuleitung oder ein spezieller Anschluss erfolgen.

Will man diesen zusätzlichen Umbau vermeiden, kann auch ein Weichendecoder für Doppelspulantriebe eingesetzt werden. Hierbei muss man dann allerdings auf die zusätzliche Schutzfunktionen und Features von Motortreibern verzichten. Ebenso sind die Konfigurationsmöglichkeiten bei Weichendecodern auf die Charakteristik von Doppelspulantrieben ausgelegt, so muss z.B. die mögliche Schaltzeit des Weichendecoders zur Laufzeit des Motorantriebes passen.

Wie schaltest Du?

Welchen Decoder benutzt Du für Deine Motorantriebe? Sende uns Feedback an [email protected] oder verwende das Feedback-Formular.

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